PKV: Wie kann ich meine Private Krankenversicherung kündigen?

”PKVDie Gründe, wegen derer Versicherte ihre Private Krankenversicherung (PKV) kündigen, sind vielfältig:

  • Beitragserhöhung,
  • Änderung der Leistungen oder
  • Einkommen fällt unter die Beitragsbemessungsgrenze, beispielsweise aufgrund eines neuen Beschäftigungsverhältnisses.

Gemäß § 193 VVG besteht eine Pflicht zur Krankenversicherung. Aus welchen Gründen Sie auch immer Ihre Mitgliedschaft in der Privaten Krankenversicherung kündigen möchten: Sie können sich erst von Ihrer alten PKV lösen, wenn die Bestätigung einer neuen Privaten Krankenversicherung vorliegt!

Ihren privaten Versicherungsschutz können Sie ordentlich oder außerordentlich kündigen.

Wechsel innerhalb der PKV
Wechsel von der PKV in die GKV

Wechsel innerhalb der PKV

Wie kündige ich meine PKV ordentlich?

  • Mindestlaufzeit beachten

In einigen Verträgen ist eine Mindestlaufzeit von 1 bis maximal 3 Jahren vereinbart. Bei einem Wechsel innerhalb der PKV muss diese Mindestlaufzeit beachtet werden.

  • Kündigungstermin ermitteln

Ordentlich gekündigt werden kann die PKV mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Kalenderjahres oder des Versicherungsjahres (§ 205 Abs. 1 VVG). In der Regel ist das Versicherungsjahr gleichzusetzen mit dem Kalenderjahr, das heißt die Kündigung muss spätestens bis zum 30. September erfolgen.

Wichtig: Einige Versicherer (wie z.B. Barmenia, Hallesche, Signal Iduna) legen ausschließlich das tatsächliche Versicherungsjahr zu Grunde. In welchem Monat die Private Krankenversicherung begonnen hat, können Sie Ihrem Versicherungsvertrag entnehmen.

Innerhalb von vier Wochen nach Kündigung beim alten Privatversicherer muss ein Nachweis über das Bestehen einer Folgeversicherung eingehen.

  • Kündigung schreiben

Die Kündigung Ihrer Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung kann formlos erfolgen. Allerdings sollte die Kündigung schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückschein, bei Ihrer PKV eingereicht werden. Kündigungsschreiben, die per E-Mail oder Fax verschickt werden, erkennen die meisten Versicherer nicht an. Vergessen Sie Ihre Unterschrift nicht!

Einen entsprechenden Vordruck zur ordentlichen Kündigung ihrer Privaten Krankenversicherung finden Sie >> hier <<

Vergleich.info Tipp: Viele Versicherer, wie z. B. die SECURA, übernehmen die Kündigungsformalitäten für ihre neuen Kunden. Fragen Sie nach und sparen Sie jede Menge Zeit.

Wechsel des PKV-Anbieters

Worauf muss ich beim Wechsel achten?

  • Altersrückstellungen übertragen

Bei einem PKV-Wechsel können die Altersrückstellungen nur übertragen werden, wenn der Versicherungsbeginn nach dem 1. Januar 2009 lag. Der Übertragungswert der Altersrückstellung ist der Teil, der sich während der Versicherungszeit im Basistarif der PKV gebildet hätte. Bei Verträgen vor dem 1.1.2009 ist ein Übertragungswert der Altersrückstellungen im Beitrag nicht einkalkuliert.

PKV Wechsel
  • Neue Gesundheitsprüfung notwendig

Bei einem Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter findet eine neue Gesundheitsprüfung statt. nicht ausgeheilte Verletzungen oder zwischenzeitlich aufgetretene Krankheiten können zu einem Beitragszuschlag oder einer kompletten Ablehnung führen.

Vergleich.info Tipp: Sofern Sie lediglich einen Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV anstreben, müssen Sie nicht kündigen und somit auch keine Fristen einhalten. Sie behalten Ihre Altersrückstellungen und müssen in der Regel auch keine Gesundheitsprüfung ablegen.

Versicherungsexperten halten einen Wechsel zu einem anderen privaten Versicherer allenfalls nur dann für sinnvoll, wenn

  • die Leistungsunterschiede zwischen den Anbietern sehr groß sind und
  • der Versicherte jung und gesund ist;
  • der Versicherungsvertrag beim Wechsel nicht älter als fünf Jahre ist. Ansonsten droht der Verlust der angesparten Altersrückstellungen.

Der Einstieg in die PKV sollte so früh wie möglich erfolgen. Denn nur in jungen Jahren können sich Versicherte ein günstiges Beitragsniveau sichern. Mehr Infos im PKV-Ratgeber >>


Die PKV im Test

”PKV

Kann die PKV außerordentlich gekündigt werden?

Das Recht zur außerordentlichen Kündigung hat jeder Versicherte bei

  • Beitragsanpassung oder
  • Leistungseinschränkungen

Die PKV-Police kann ab Kenntnis der Änderung gekündigt werden. Die Kündigung muss binnen einer Monatsfrist und bis zu dem Tag erfolgt sein, ab dem die Änderungen wirksam werden. Entscheidend ist hier der Zustellungszeitpunkt der Mitteilung über die Beitrags- bzw. Leistungsänderung.


Wechsel von der PKV in die GKV

Änderung des Versichertenstatus

Tritt die Versicherungspflicht ein, weil das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt, fällt man unmittelbar in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurück. Dies betrifft:

  • Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen, das mindestens ein Jahr lang unterhalb der Versicherungspflichtgrenze der GKV von 52.200 Euro brutto (Stand 2013, ab 2014: 53.550 Euro) liegt;
  • Beamte, die ihren Beamtenstatus aufgeben und eine Tätigkeit als Angestellte aufnehmen;
  • Selbstständige und Freiberufler, die ihr Gewerbe aufgeben und in ein versicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis wechseln.

Die Private Krankenversicherung kann binnen 3 Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht gekündigt werden (§ 205 Abs. 2 Satz 1 VVG). Innerhalb von zwei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht muss eine neue Versicherung nachgewiesen werden, damit die Kündigung wirksam wird.

Beim Wechsel von der PKV in die GKV entfällt die Mindestvertragsdauer.

Vergleich.info Tipp: Die Mitgliedsbescheinigung der GKV ersetzt keine Kündigung, sondern ist lediglich der Nachweis der Versicherungspflicht, aus der sich die Berechtigung zur außerordentlichen Kündigung ableiten lässt.

Wichtiges zum Wechsel in die GKV

Was gibt es zu beachten?

Für Personen über 55 Jahren ist die Rückkehrmöglichkeit ausgeschlossen, selbst dann, wenn das Einkommen unterhalb der Einkommensgrenze liegt oder wenn Arbeitslosigkeit eintritt.

Die bereits gesammelten Altersrückstellungen in der PKV gehen verloren, wenn man zurück in die GKV wechselt. Zudem drohen bei einem Wiedereintritt auch eine höhere Prämie und eine erneute Gesundheitsprüfung.

Wechsel in GKV

Anwartschaft bei vorhersehbarer Rückkehr in die PKV

Wenn die Versicherungspflicht in der GKV nur über einen absehbaren Zeitraum sein soll, kann die Anwartschaft eine Alternative zur Kündigung der PKV sein. Der Versicherungsnehmer gibt ein verbindliches Versprechen zur Aufnahme in die PKV mit der Garantie, dass die Konditionen des Vertrages erhalten bleiben.

Vergleich.info Tipp: Einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung sollten sich PKV-Kunden gut überlegen. Mit Basistarif und Standardtarif bieten auch private Krankenversicherer Tarife an, denen der Leistungen in der GKV ähneln. Ein Wechsel ist also nicht unbedingt erforderlich.


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