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Ratgeber: Berufsunfähigkeitsversicherung

Kann der eigene Beruf aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr ausgeübt werden oder wird sogar eine Invalidität diagnostiziert, sind die finanziellen Folgen oft dramatisch. Um sich dagegen abzusichern hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Jene zahlt eine vorab vereinbarte BU-Rente, die den finanziellen Verlust im Fall der Berufsunfähigkeit ausgleicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung eignet sich für jeden, der seinen Lebensunterhalt durch seine eigene Arbeitsleistung bestreitet. Allerdings sind einige Lebenssituationen besonders prädestiniert, sich mit dem Gedanken an eine solche Police auseinanderzusetzen. In unserem folgenden Ratgeber finden Sie alle wichtigen Fragen rund um die BUV detailliert beantwortet…

1. BU-Versicherung abschließen: Je früher, desto besser

Als Faustregel bei der Anschaffung einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: Je früher, desto günstiger. Die Tarife der Versicherer orientieren sich unter anderem am Alter des Versicherungsnehmers, sodass es in fortgeschrittenen Jahren deutlich teurer wird, ein ansprechendes Angebot zu erhalten. Die besten Voraussetzungen haben junge Versicherungsnehmer. Hier erweist sich das statistische Risiko als eher gering. Einen weiteren elementaren Parameter bildet die gesundheitliche Verfassung. Gesundheitliche Einschränkungen oder Vorerkrankungen spiegeln sich in der Prämienhöhe wider. Das Geschlecht spielt nach Einführung der sogenannten Unisex-Tarife im Jahr 2012 keine entscheidende Rolle mehr.

Vergleich.info rät: Bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Sie eine Gesundheitsprüfung (meist in Form eines Fragebogens) abgeben. Beantworten Sie diese wahrheitsgemäß und korrekt. Ansonsten kann die Versicherung später die Zahlung verweigern. Prüfen Sie zudem den Vertrag hinsichtlich der darin enthaltenen Angaben. Bei Fehlern oder Fragen wenden Sie sich idealerweise direkt an die Assekuranz.

2. Berufsunfähigkeitsversicherung: Einflüsse auf die Beitragshöhe

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zielt darauf ab, den Versicherungsnehmer während der theoretischen Berufstätigkeit gegen finanzielle Ausfälle zu schützen. Das maximale Alter orientiert sich in an der Regelaltersrente der Gesetzlichen Rentenversicherung, d. h. BU-Versicherungen gelten höchstens bis zum vollendeten 67. Lebensjahr. Abweichend davon existiert die Versicherungsdauer, welche das Höchstalter bei Eintreten eines Versicherungsfalls definiert. Beispiel: Als Versicherungsdauer wird das 57. und als Leistungsdauer das 67. Lebensjahr vereinbart. Tritt der Versicherungsfall bis zum 57. Lebensjahr ein, zahlt die Assekuranz die BU-Rente somit bis zum Alter von 67.

Günstig oder teuer – Berufsrisiko in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Grafik zur Berufsunfähigkeitsversicherung - Berufe

Grafik: Vergleich.info/Quelle: *Handelsblatt/M&M 2012

Wichtigster Faktor bei der Bestimmung der Beitragshöhe ist der Beruf bzw. dessen entsprechende Risikoeinstufung. Die Versicherer kategorisieren Berufe in verschiedene Gruppen (bis zu 24!) – von geringem Risiko bis Hochrisikoberuf. Je höher die Risikoklassifizierung, desto ungünstiger für die abschließende Beitragsgestaltung. Besonders vorteilhaft sind zum Beispiel akademische Berufe (unter anderem Ärzte, Physiker, Mathematiker etc.) oder Steuerberater. Vergleichsweise niedrig sind auch Einzelhandelskaufleute oder Banker angesiedelt. Für Betonbauer, Maurer, Dachdecker, Fliesenleger oder Krankengymnasten wird die Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung indes aller Wahrscheinlichkeit eher teuer. Eine Übersicht bietet die obere Grafik.

3. Karenzzeit beachten

Nicht zuletzt Einfluss auf die Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung hat die vereinbarte Karenzzeit. Als Karenzzeit wir der Zeitraum bezeichnet, der zwischen dem Leistungsfall und dem Zahlungsbeginn liegt. Wird eine Karenzzeit in den Vertrag aufgenommen, sinken in der Regel die Beiträge. Nachteil: Während dieser Monate erhält der Betroffene keine Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung – speziell bei vorübergehender Berufsunfähigkeit ein Manko.

Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit bis zum 65. Lebensjahr nach Altersgruppen

Statistik zur Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung bis 65

Quelle: DAV/Focus 2009

4. Für wen lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wie bereits erwähnt, sind Berufsunfähigkeitspolicen im Grunde für jeden sinnvoll. Darüber hinaus empfehlen wir die BU-Versicherung speziell, wenn sich persönliche Lebenssituationen ändern. So liegt z. B. nach der Geburt eines Kindes der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nahe, damit die finanzielle Situation im Versicherungsfall stabil bleibt. Tritt der Leistungsfall ein, lassen sich u. a. die Kosten für den Kinderbetreuung oder Kita-Gebühren weiterhin aus der BU-Rente zahlen. Ähnlich notwendig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung im Zusammenhang mit der Finanzierung der eigenen vier Wände. Wer die monatlichen Raten aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr zahlen kann, steht ohne BUV wortwörtlich im Regen. Potentiell interessant ist die Versicherung außerdem nach einer Beförderung. Mehr Geld bietet mehr Möglichkeiten, d. h. die Lebensgewohnheiten verbessern sich. Und wer will schon plötzlich wieder auf den gewonnenen Komfort verzichten?

Vergleich.info rät: Versicherungsgesellschaften haben in den Verträgen oft eine sogenannte Nachversicherungsgarantie integriert. Jene greift bei den genannten Ereignissen und bietet die Option, die Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen. Je nach Vertragsinhalt sind diese Änderungen hinsichtlich Alter des Versicherungsnehmers, Rentenhöhe und Anzahl begrenzt.

5. Auf welche Klauseln sollte bei einer BU-Versicherung geachtet werden?

In einigen Versicherungsverträgen befinden sich Formulierungen, die den Versicherer dazu berechtigen, die Zahlung zu verweigern, sofern der Versicherungsnehmer alternativ zu seinem bisherigen Beruf eine Arbeit annehmen kann, die seiner Qualifikation entspricht.

„…oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die er auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung ausüben kann und die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht (Verweisungsberuf)“
Auszug: Versicherungsbedingungen

In dieser Beziehung wird von einer „abstrakten Verweisung“ gesprochen. Je nach Beruf sind rechtlich sogar Gehaltseinbußen bis zu 20 Prozent hinzunehmen. Auf diese Form der abstrakten Verweisung wird zwar inzwischen häufig verzichtet, allerdings sollten Versicherungsnehmer im Zweifel gezielt danach fragen.

6. Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung pfändbar?

Die Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind in der Regel pfändbar. Sie gelten dort wie jedes andere Einkommen. Die Pfändungsfreigrenze beträgt auch hier 1045,04 Euro pro Monat (Stand: Juli 2013). Allerdings lässt sich die BU-Versicherung z. B. mit einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung kombinieren, sodass die Pfändungsmöglichkeit entfällt. Wichtig ist hier jedoch der Verzicht auf ein Kapitalwahlrecht! Diese Regelung erweist sich speziell für Selbstständige als interessant.

7. Lässt sich die Höhe der Berufsunfähigkeitsversicherung frei wählen?

Eine individuelle Festlegung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht üblich. Meist werden die Ansprüche im Versicherungsvertrag prozentual vom aktuellen Einkommen bestimmt. Vielfach werden 70-75 Prozent des Nettolohns bzw. –gehalts als ideal angesehen.

8. Meldefrist - Was muss beim Versicherungsfall getan werden?

Die Voraussetzungen für eine Auszahlung der Berufsunfähigkeitsversicherung sind nicht ganz unkompliziert. Der Versicherungsnehmer muss die Berufsunfähigkeit detailliert darlegen, z. B. durch die Feststellung eines Arztes inklusive Prognose der voraussichtlichen Dauer. In einigen Fällen wird eine Mindestdauer der BU als Zahlungsgrundlage angesetzt. Jene kann zwischen 6 und bis zu 36 Monaten liegen. Wie viel Zeit zusätzlich bis zur Anerkennung der Berufsunfähigkeit vergeht ist von Versicherung zu Versicherung verschieden.

Vergleich.info rät: Achten Sie auf die Meldefrist, die in Ihrem Vertrag vereinbart ist. Vielfach wird von der Versicherungsgesellschaft eine umgehende Meldung des Versicherungsfalls verlangt. In der Regel beträgt die Meldefrist 3 Monate.

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