Bauleistungsversicherung

Ein ungewöhnlich starker Regenguss, ein lokales Wärmegewitter oder die Fahrlässigkeit durch Bauarbeiter. Der Rohbau ist während der Bauphase vielen unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt, die mit einer großen finanziellen Belastung verbunden sein können. Der Lebenstraum der eigenen vier Wände kann somit bereits vor Fertigstellung zum Alptraum werden. Die Bauleistungsversicherung (vormals Bauwesenversicherung oder Bauversicherung) ist eine Art Vollkasko-Versicherung für den Bauherren. Mit einer Bauleistungsversicherung können Sie sich gegen finanzielle Risiken verursacht durch Schäden am Roh- oder Neubau absichern, die durch höhere Gewalten wie Hochwasser oder Sturm entstehen, aber auch durch Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler. Auch der Diebstahl bereits eingebauter Sachen sowie Beschädigungen durch Vandalismus sind abgedeckt.

Versichert sind allerdings nur unvorhergesehen eintretende Beschädigungen oder Zerstörungen versicherter Sachen. Versichert ist neben dem Eigentum des Bauherrn auch fremdes Eigentum, das noch nicht bezahlt ist und unter Eigentumsvorbehalt steht.

Bauleistungsversicherung auf einen Blick

  • Optimale Absicherung für Ihr Bauvorhaben
  • Ohne prozentuale Selbstbeteiligung
  • Übernahme des Risikos des Bauherrn, von Bauunternehmern und Handwerkern
  • Schäden durch Sturm und Leitungswasser an fertiggestellten Teilen
  • Schäden an Fertigteilen, die vor dem Einbau auf der Baustelle gelagert sind
  • Versicherung läuft bis Beendigung der Bauarbeiten – maximal zwei Jahre, bei Fertighäusern sechs Monate
Bauleistungsversicherung



Umfang der Bauleistungsversicherung

Bei der Bauleistungsversicherung handelt es sich um eine so genannte Allgefahrenversicherung. Die Schadensursachen sind unerheblich. Versicherungsschutz besteht für alle im Versicherungsschein bezeichneten Baumaßnahmen, also Neubauten sowie An- und Umbauten des allgemeinen Hochbaus. Im Übrigen sind alle am Bauvertrag beteiligten Partner (Bauherr, Bauunternehmer, Handwerker) abgesichert. Üblicherweise wird der Versicherungsbeitrag auf den versicherten Personenkreis umgelegt.

Was ist versichert?

  • alle unvorhergesehenen Schäden an Bauleistungen, Baustoffen und Bauteilen, die für die Errichtung, den Umbau und den Ausbau des versicherten Gebäudes bzw. der Baustelle benötigt werden,
  • Hilfsbauten und Bauhilfsstoffe,
  • Baugrundstück und Baumassen, wenn sie Bestandteil der Bauleistungen sind

Welche Schäden sind abgedeckt?

  • ungewöhnliche Witterungsverhältnisse (Niederschläge, Sturm, Frost),
  • Naturereignisse (Erdbeben, Überschwemmungen, Hochwasser) in ungewöhnlichem Ausmaß,
  • Konstruktions- und Materialfehler,
  • Glasbruch,
  • fahrlässige und böswillige Handlungen Dritter, z. B. Vandalismus

Die Bauleistungsversicherung ersetzt die Kosten, die für die Wiederherstellung des Zustandes vor Eintritt des Schadens aufgewendet werden müssen. Allerdings nur bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Als Versicherungssumme sollte deshalb die gesamte Bausumme vereinbart werden.

Was ist nicht versichert?

  • Mangelhafte Bauleistungen,
  • Verluste von versicherten Sachen, die nicht mit dem Gebäude fest verbunden sind,
  • Schadenersatzforderungen Dritter,
  • Schäden durch Unterbrechung der Bauarbeiten über drei Monate,
  • Schäden an fertiggestellten und bereits abgenommenen Teilen von Bauwerken,
  • Schäden durch Gewässer infolge von ungewöhnlichem und außergewöhnlichem Hochwasser
  • Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion

Empfehlenswert: Feuerversicherung

Von der Bauleistungsversicherung sind Schäden ausgeschlossen, die durch Feuer, Brand, Blitzschlag oder Explosion entstanden sind. Eine Feuerversicherung (auch „Feuerrohbauversicherung“) ist deshalb eine empfehlenswerte Ergänzung für Bauherren.
Häufig ist der Abschluss einer Feuerversicherung Voraussetzung für eine Immobilienfinanzierung.

Was ist versichert?

Mit der Feuerrohbauversicherung ist der Bauherr vor den finanziellen Folgen der nachfolgenden Schäden abgesichert:

  • Brand,
  • Blitzschlag,
  • Explosion, teilweise Implosion an elektrischen Geräten oder Verpuffung,
  • Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, seiner Teile oder seiner Ladung,
  • Löscharbeiten, Niederreißen oder abräumen beim Bekämpfen eines Brandes.

Der Versicherte erhält den Betrag, mit dem das Haus an gleicher Stelle zu aktuellen Preisen wieder aufgebaut werden kann. Auch Räumkosten sind mitversichert.

Die Feuerrohbauversicherung ist nicht identisch mit der Bauleistungsversicherung. Denn es werden nur die Risiken des Gebäudes abgedeckt, nicht aber auf dem Grundstück lagernden und noch nicht eingebaute Baustoffe und Bauteile. Um feuergefährdete Bauteile auf dem Grundstück abzusichern, sollten Bauherren auf eine Bauleistungsversicherung zurückgreifen sowie ergänzend auf die Deckungserweiterung für das Risiko Feuer und Folgen.

Empfehlung: Wohngebäudeversicherung bereits bei Baubeginn abschließen

Zwar wird eine Wohngebäudeversicherung eigentlich erst mit dem Bezug des Hauses notwendig. Da diese Versicherung den Feuerrohbauschutz kostenlos mit einschließt, empfiehlt sich der Abschluss der Police bereits kurz vor Baubeginn. Eine separate Feuerrohbauersicherung wird somit überflüssig und während der Bauphase besteht Schutz gegen die genannten Gefahren.


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