Rechtsschutzversicherungen

Ob ein Verkehrsunfall, der Streit mit dem Arbeitgeber um das Weihnachtsgeld oder die schlechte Arbeit eines Handwerkers – im Privat- und Berufsleben gibt es zahlreiche Missverständnisse und Streitigkeiten, die einen Gang zum Anwalt oder auch vor Gericht erfordern.

Die Kosten eines Rechtsstreites sind allerdings für viele eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg zu ihrem guten Recht. Ein Rechtsstreit kann schnell über zwei Instanzen gehen und neben den Anwalts- und Gerichtskosten auch nicht unerhebliche Kosten für Sachverständigen-Gutachten und Zeugen auslösen. Gerade bei einem hohen Streitwert sind die Parteien einem großen Kostenrisiko ausgesetzt. Eine Rechtsschutzversicherung gibt Ihnen die Möglichkeit, sich ohne eigenes Kostenrisiko zur Wehr zu setzen.

Vorteile Rechtsschutzversicherung

  • Rechtsschutz für Angestellte, Autofahrer und Mieter
  • Mehr als 200 Tarife und Testsieger im Vergleich
  • Kostenlos und unverbindlich vergleichen
  • Berechnung nach individuellen Angaben
  • Bei Online-Abschluss bis zu 65 Prozent sparen


Rechtsschutzversicherung Vorteile und Details
Privat- und Berufs-Rechtsschutz Zuverlässiger Rechtsschutz für Verbraucher und Selbstständige im privaten Bereich und aus einem nichtselbstständigen Angestelltenverhältnis
Verkehrs-Rechtsschutz Optimaler Schutz bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Straßenverkehr – Rechtsschutz für Eigentümer und Halter, berechtigte Fahrer und Insassen

Was bietet die Rechtsschutzversicherung?

Wer ist versichert?

In der Regel sind Sie selbst als Versicherungsnehmer, Ihr Ehepartner, alle minderjährigen Kinder und die volljährigen unverheirateten Kinder bis zum 25. Lebensjahr (sofern kindergeldberechtigt) versichert. Der genaue Umfang ist im Versicherungsvertrag und den Allgemeinen Bedingungen des Versicherers geregelt. Optional kann der Versicherungsumfang auf den nichtehelichen Lebenspartner ausgeweitet werden.

Welche Leistungen bietet die Rechtsschutzversicherung?

  • Anwaltsgebühren im gesetzlichen Vergütungsrahmen,
  • Kosten für einen zusätzlichen Rechtsanwalt (Korrespondenzanwalt), wenn ein ausländisches Gericht zuständig ist, oder bei einer Entfernung von mehr als 100 km zwischen Wohnort und Gerichtsstand,
  • Gerichts-, Zeugen- und Sachverständigenkosten,
  • Kosten des Gegners, soweit der Versicherte sie übernehmen muss.

Es besteht die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung zu vereinbarten. Der Anteil liegt in der Regel bei 150 Euro oder 200 Euro pro Versicherungsfall. Die Versicherungsprämie fällt dann deutlich günstiger aus.

Welche Bereiche sind von der Rechtsschutzversicherung ausgeschlossen?

Vom Rechtsschutz ausgeschlossen sind etwa Streitigkeiten rund um den Hausbau, im Recht der Handelsgesellschaften oder Streitigkeiten um Spiel- und Wettverträge oder Spekulationsgeschäfte. In der Regel sind auch Verfahren wegen Halt- und Parkverstößen im Straßenverkehr nicht mitversichert. Auch Erbrechtsstreitigkeiten fallen, bis auf eine einmalige Beratung, bei Rechtsschutzversicherungen unter die Leistungssausschlüsse.

Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Für einige Leistungsarten sind auch bei der Rechtsschutzversicherung Wartezeiten vorgesehen. Der Zeitraum zwischen dem Vertragsbeginn und dem Beginn des Versicherungsschutzes beträgt drei Monate. Dadurch soll verhindert werden, dass der Versicherungsvertrag erst dann abgeschlossen wird, wenn sich der Eintritt eines Rechtsschutzfalls bereits abzeichnet.

Die dreimonatige Wartezeit gilt für

  • Arbeitsrechtsschutz,
  • Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz,
  • Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht,
  • Steuerrechtsschutz vor Gerichten,
  • Sozialgerichts-Rechtsschutz,
  • Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrsangelegenheiten.

Keine Wartezeit besteht für

  • Schadenersatz-Rechtsschutz,
  • Disziplinar- und Standesrechtsschutz,
  • Strafrechtsschutz,
  • Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz,
  • Interessenwahrnehmung bei Kauf- und Leasingverträgen über ein fabrikneues Fahrzeug,
  • Beratungs-Rechtsschutz im Familien- und Erbrecht.

Gilt der Versicherungsschutz auch außerhalb Deutschlands?

Ja. Die Rechtsschutzversicherung gilt uneingeschränkt in ganz Europa sowie den Anliegerstaaten des Mittelmeeres.

Bei einigen Versicherern wird dieser Schutz zusätzlich auch auf die ganze Welt erweitert – in der Regel allerdings nur im Rahmen von Auslandsaufenthalten von bis zu sechs Wochen aus privaten Gründen. Bis zu welcher Höhe die Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, ist im Versicherungsvertrag geregelt.

Was tun im Versicherungsfall?

Auf der Suche nach einem fachspezifischen Rechtsbeistand unterstützt Sie selbstverständlich Ihre Rechtsschutzversicherung.

Bei dem Termin mit Ihrem Anwalt schildern Sie Ihr Anliegen. Vergessen Sie nicht Ihre Versicherungspolice bzw. die Versicherungskarte. Der Rechtswalt wird dann Kontakt zu Ihrem Rechtsschutzversicher aufnehmen, um eine Kostendeckungszusage einzuholen. Zwar ist dies grundsätzlich ein eigener gebührenpflichtiger Tatbestand, in der Regel verzichtet der Anwalt allerdings auf deren Geltendmachung.

Rechtsschutzversicherung erteilt Deckungszusage

Verfügen Sie über den notwendigen Versicherungsschutz und bietet der Rechtsstreit hinreichende Erfolgsaussichten, erhalten Sie von Ihrem Versicherer eine Deckungszusage. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt alle anfallenden Kosten. Sie müssen auch keinen Vorschuss leisten. Ihre Pflicht besteht lediglich darin, Ihre Versicherung während des Rechtsstreites auf dem Laufenden zu halten und kostenlauslösende Maßnahmen abzustimmen. Regelmäßig übernimmt dies Ihr Anwalt für Sie.

Kostendeckung wird abgelehnt

Eine in Ihren Augen ungerechtfertigte Ablehnung der Kostendeckung können Sie überprüfen lassen. Wird die Kostendeckung durch den Versicherer wegen Mutwilligkeit oder Erfolglosigkeit abgelehnt, hat der Versicherungsnehmer zur Prüfung der Begründetheit der Deckungsablehnung mehrere Möglichkeiten:

Schiedsgutachten-Verfahren

Der Versicherte kann die Ablehnung der Kostenübernahme eines Rechtsschutzfalles von einem unabhängigen Gutachter prüfen zu lassen. Die Einleitung des Schiedsgutachten-Verfahrens muss innerhalb eines Monats nach dem Zugang der Ablehnung der Kostenübernahme verlangt werden.

Stichentscheid-Verfahren

Die Durchführung übernimmt der beauftragte oder nach Wahl des Versicherungsnehmers noch zu beauftragende Rechtsanwaltes des Versicherers. Diese Entscheidung ist für beide Parteien bindend. Kommt der Anwalt zu der Entscheidung, dass durchaus Erfolgsaussichten bestehen, muss Versicherungsschutz gewährt werden. Die Kosten des Stichentscheid-Verfahrens trägt der Rechtsschutzversicherer.

Deckungsklage

Sollte der Stichentscheid oder das Schiedsgutachten zu keiner Lösung führen, kann der Anspruch auf Versicherungsschutz im Wege der Deckungsklage geltend gemacht werden. Diese muss innerhalb von sechs Monaten nach Mitteilung der Ablehnung oder der Mitteilung der Entscheidung des Gutachters an den Versicherungsnehmer eingereicht werden.
Stichentscheid- oder Schiedsgutachten-Verfahren sind der Deckungsklage nicht zwingend vorgeschaltet.

Optimaler Schutz durch Rechtsschutzversicherung-Vergleich

Das Risiko einer Ablehnung der Kostenübernahme können Sie vermeiden. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Rechtsschutzversicherung auf einen Leistungsumfang, der individuelle Risikobereiche umfasst, welche für Sie notwendig sind. Viele Versicherungsanbieter haben auch ein Kombinationsangebot zu der Rechtsschutzversicherung im Portfolio. Dieses setzt sich aus den gängigsten Arten der Rechtsschutzversicherungen zusammen und ist wesentlich günstiger als der separate Abschluss der einzelnen Bereiche.

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